Implementierung zentralisierter Schutzkonzepte unter Verwendung einer HIL-Umgebung
Universität Vaasa
Energie
03 / 09 / 2026

Die Universität
Die Universität Vaasa ist eine internationale Forschungsuniversität in Finnland, deren Schwerpunkte auf nachhaltiger Wirtschaft, Energie und Gesellschaft liegen. Sie ist Teil des größten Energietechnologie-Clusters der nordischen Region. Ihr FREESI-Labor (Future Reliable Electricity and Energy Systems Integration), das zur VEBIC-Forschungsplattform gehört, ist eine Einrichtung von Weltklasse, die sich der Forschung im Bereich Smart Grids, der Netzintegration dezentraler Energiequellen ( Verteilte Energieressourcen , DER) und fortschrittlichen Schutzsystemen für Stromnetze widmet.
Die Herausforderungen
- Komplexitäten bei der Integration von IBRs: Herkömmliche Schutzkonzepte haben Schwierigkeiten mit den dynamischen Verhaltensweisen von Wind- und Solaranlagen (IBRs), was zu einer „Blindheit“ der Schutzsysteme und zu Fehlauslösungen führt.
- Netzentwicklung: Moderne Stromnetze erfordern eine schnelle Fehlerisolierung und Skalierbarkeit, um einen höheren Anteil erneuerbarer Energien bewältigen zu können, während sie nahe an ihren thermischen und spannungstechnischen Grenzwerten betrieben werden.
- Kommunikationsanforderungen: Die Implementierung eines zentralisierten Schutzsystems erfordert eine zeitlich synchronisierte Datenerfassung mit hoher Geschwindigkeit (IEC 61850), die vor dem Einsatz vor Ort einer gründlichen Validierung unterzogen werden muss.
Die OPAL-RT Lösung
Die Universität hat eine umfassende HIL-Testumgebung entwickelt, um theoretische CPC-Konzepte in praktische Lösungen umzusetzen:
- Hardware: Der Echtzeit-Simulator OPAL-RT OP5600 bildet das Herzstück des Systems, emuliert realistische Dynamiken im Verteilungsnetz und generiert direkt Abtastwerte (SVs).
- Integration: Die Konfiguration umfasst das zentralisierte Schutzgerät SSC600 sowie die Relais REX640 von ABB und bildet damit eine IEC 61850-konforme Architektur.
- Kommunikation und Synchronisation: Zur Synchronisation wird das Precision Time Protocol (PTP) Version 2 verwendet, wobei SVs mit 4 kHz übertragen werden und GOOSE-Nachrichten für Steuerbefehle zum Einsatz kommen.
- Fortgeschrittene Forschung: Unterstützt „ Tests “ adaptiver Schutzkonzepte, 5G-Kommunikation und R-GOOSE sowie die Analyse der Hosting-Kapazität.
Die Ergebnisse
- Bestätigte CPC-Machbarkeit: Es wurde nachgewiesen , dass ein auf dem „ software “ basierender zentraler Schutz in der Lage ist, die Herausforderungen durch wechselrichterbasierte dezentrale Energiequellen (DERs) zu bewältigen.
- Groß angelegte Simulation: Es wurden bis zu 30 Stichproben-Wertströme erfolgreich simuliert, was die Eignung für komplexe Umspannwerksumgebungen belegt.
- Verbesserte Netzstabilität: Es wurden neue Funktionen wie adaptive Schutzmaßnahmen und großflächige Überwachung entwickelt , die herkömmliche Systeme nicht bieten können.
- Beschleunigte Forschung: Die integrierten Beispielprojekte gemäß IEC 61850 boten einen schnellen Einstieg in die Implementierung der GOOSE- und SV-Kommunikation.




